Online Business starten mit WordPress Teil 3 – Das Geschäftsmodell einer Online Community

Online Business starten mit WordPress Teil 3 – Das Geschäftsmodell einer Online Community
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Dieser Artikel ist Teil der Artikelserie “Online Business starten mit WordPress”, in der wir Schritt für Schritt ein Netzwerk für Eltern mit Kleinkindern aufbauen. Im 1. Teil der Artikelreihe wurde die Geschäftsidee und im 2. Teil die Vorgehensweise für die Umsetzung vorgestellt. In diesem Artikel geht es darum, das Geschäftsmodell unter die Lupe zu nehmen.

Die Geschäftsidee visualisieren mit Business Model Canvas

Um das Eltern-Kind-Netzwerk knirpsy.com zu entwickeln, werden wir die Business Model Canvas (BMC) Methode anwenden. Ich ziehe sie dem klassischen Business Plan vor, weil ich damit meine Idee viel besser visualisieren kann und einen besseren Überblick über mein Business bekomme.

Enwickelt wurde Business Model Canvas 2004 von Alexander Osterwalder und die Methode erfreut sich gerade in der Startup Szene immer größerer Beliebtheit.

Das Business Model Canvas besteht aus 9 Schlüsselfaktoren, welche ein Geschäftsmodell erfolgreich machen. Für die praktische Durchführung wird empfohlen die BMC Vorlage so groß wie möglich auszudrucken und die einzelnen Felder mit eingenen Ideen und Ansätzen auszufüllen. Dabei sollten die Ansätze auf Post-its geschrieben werden, um die Änderungen, die bei der Verwirklichung der Geschäftsidee auftreten, einfacher zu berücksichtigen.

Durch eine einfache Google-Suche nach “Business Model Canvas download” findest du online ziemlich schnell eine passende Vorlage. Solltest du eine Vorlage in Powerpoint bzw. Keynote bevorzugen, hinterlasse unten einen kurzen Kommentar und ich schicke dir meine Vorlage zu.

Im Folgenden werden wir jeden einzelnen Schlüsselfaktor des BMC für unsere Geschäftsidee genauer betrachten:

Business Model Canvas am Beispiel einer Online Community

Business Model Canvas am Beispiel einer Online Community

1. Problem

Da es bei unsere Geschäftsidee keine Schlüsselpartner gibt, werden wir darstellen, welches Problem wir mit Knirpsy lösen wollen. Man kann hier nicht wirklich von einem richtigen Problem sprechen. Wir werden auch mit Knirpsy nicht die Welt retten. Jedoch wollen wir einige Bedürfnisse junger Eltern besser befriedigen. Aus unserer Sicht haben die frischgebackenen Eltern die folgenden “Probleme”:

Problem 1: Aufgrund von vielen verschiedenen Webseiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten ist die Suche nach hilfreichen Erfahrungen anderer Eltern sowie kinderfreundlichen Einrichtungen und Dienstleistungen in der Nähe aufwendig und zeitraubend.

Problem 2: Junge Familien wohnen heutzutage meistens dort, wo die Arbeit ist. Das führt oft dazu, dass viele Familien ihre Kinder weit entfernt von der Verwandtschaft aufziehen. Es fehlt eine Plattform, auf der in familiärer Umgebung unter Berücksichtigung der Privatsphäre (wenn gewünscht) die Verwandtschaft und gute Freunde an der Entwicklung des Kindes teilhaben können.

Problem 3: Wir vergraben unsere schönsten Erinnerungen mit unseren Neugeborenen (Fotos, Kommentare von Freunden und Familie, Videos) in irgendwelchen Foren, Facebook Timelines, Whatsapp Chats oder einfach nur auf unserer Festplatte. Es wird Zeit, das zu ändern!

2. Kundensegmente

Für welche Zielgruppe lösen wir die oben genannten Probleme? Generell können wir unsere Kunden in 2 große Gruppen einteilen: User und Anbieter.

User (frischgebackene Eltern):

  • Besucher auf knirpsy.com
  • Mitglieder der Knirpsy Community
  • Knirpsy Baby Blog Autoren
  • User’s User (Verwandte und Freunde der Knirpsy Mitglieder)

Anbieter von:

Dienstleistungen

  • Kinderärzte, Osteopathen, Zahnärzte, Heilpraktiker, Logopäden
  • Babysitter, Tagesmütter, Hebammen
  • Friseure für Kinder
  • Kinderfotografen
  • Krippen, Kindergärten, Schulen
  • Babygeschäfte
  • Cafés, Restaurants
  • Streichelzoos, Bauernhöfe
  • Baby-Kurse
  • Familienhotels

Produkten

  • Selbstgemachtes
  • Gebrauchtes
  • “Professionelle” Anbieter / Onlineshops

Darüber hinaus gibt es noch 2 weitere Kundensegmente:

  • Nicht-Knirpsy Baby Blogger
  • Veranstalter von Baby-/Kinder-Events wie Baby-Flohmarkt etc.

3. Wertversprechen/Unique Selling Propositon (USP)

Bei diesem Schlüsselfaktor geht es darum aufzuzeigen, welche Werte wir für die einzelnen Kundensegmente schaffen. In diesem Bereich wird auch gerne das Alleinstellungsmerkmal (USP) beschrieben. Dabei geht es um die Beantwortung der Frage: Was unterscheidet uns deutlich vom Wettbewerb?

User / Blog Autoren:

  • Einfacher Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern
  • Verwandte und Freunde über die Entwicklung des eigenes Kindes auf dem Laufenden halten (auch offline durch Fotobücher)
  • Stylische und benutzerfreundliche Website für die Knirpse

Anbieter / Veranstalter

  • Umsatzsteigerung durch zielgerichtetes und zum Teil kostenloses Marketing
  • Zielgruppen-orientierte Produkttests

Nicht-Knirpsy Baby Blogs

  • Steigerung der Reichweite und der Leserschaft durch Veröffentlichung von Gastbeiträgen

Alleinstellungsmerkmal (USP)

Ich habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen, welches Alleinstellungsmerkmal (USP) oder welchen Wettbewerbsvorteil Knirpsy hat. Um ehrlich zu sein, es gibt keinen. Jeder kann die Idee kopieren (mit dieser Artikelreihe wahrscheinlich noch einfacher) und morgen ein zweites Knirpsy herausbringen. Ich schätze, das, was Knripsy wirklich ausmacht sind die Worte “familiär” und “sympathisch”. Es steckt weder ein amerikanischer Großkonzern noch ein riesen Redaktionsteam dahinter. Eine Vision für Knirpsy haben wir aber sehr wohl.

Vision von Knirpsy

Knirpsy soll die erste Adresse für junge Eltern zu allen Fragen und Aktivitäten rund um das Thema Kleinkind sein. Die Plattform soll einen optimalen Mix aus hilfreichen Tipps und Vorschlägen, Vernetzungsmöglichkeiten und Produkt-Schnäppchen bieten.

4. Schlüsselaktivitäten/Lösung für das Problem

Welche Handlungen sind notwendig, um unseren Kundennutzen zu realisieren?

Die technische Umsetzung der Plattform knirpsy.com, auf der “frischgebackene” Eltern Folgendes tun können:

  • Tipps geben und Rat von anderen Eltern einholen
  • Sich mit Gleichgesinnten austauschen
  • Die schönsten Momente von ihrem kleinen Schatz kostenlos auf einer eigenen Website festhalten und nur mit ausgewählten Personen teilen
  • Kinderfreundliche Einrichtungen und Dienstleistungen in ihrer Nähe bewerten sowie einfach und schnell finden
  • Neue und gebrauchte Kinderprodukte anbieten und kaufen

Den Anbietern und Veranstaltern einen unkomplizierten Kontaktaufnahme-/Upload-Prozess ermöglichen, um auf der Knirpsy Plattform ihre Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten.

5. Vertriebskanäle

Wo und wie wollen unsere Kunden erreicht werden? Wichtige Frage hier ist auch: Wie erfahren unsere Kunden von unserem Angebot?

Unser größtes Vertriebs- bzw. Kommunikationskanal ist natürlich unser Website knirpsy.com. Darüber hinaus möchten wir noch die folgenden Vertriebskanäle nutzen:

  • Lokale Baby Events (Baby-Flohmarkt, Baby-Schwimmen, Krabbelgruppen, Stilltreffen etc.) – Beispiel: Durch Veröffentlichung von Artikeln in der lokalen Presse, durch Flyer- und Plakatwerbung
  • Krankenhäuser – Beispiel: Durch Flyerwerbung bei den Infoveranstaltungen für Schwangere
  • Lokale Facebook Gruppen – Beispiel: Durch Veröffentlichung von themenrelevanten Beiträgen der Knirpsy-Mitglieder in den Facebook Gruppen
  • Hier auf wpc – Beispiel: Durch unsere Artikelreihe erhoffen wir uns natürlich auch, möglichst viele Eltern unter den Webworkern, Solopreneuren und WordPress Fans von Knirpsy zu überzeugen.

6. Einnahmequellen

Für welchen Nutzen sind unsere Kunden bereit zu zahlen?

User

  • Premium Blogs – Die User von Premium Blogs erhalten mehr Speicherplatz, mehr Upload-Volumen (Videos), eine eigene Domain
  • Fotobücher – Ein Angebot für unsere Blog Autoren. Damit kann der Inhalt des eigenen Blogs bequem als Fotobuch bestellt werden

Anbieter

  • Werbung – Werbung ist notwendig, damit wir unsere kostenlosen Leistungen erbringen können. Hier legen wir aber besonderen Wert darauf, dass die Werbung möglichst unaufdringlich platziert wird.
  • Produkttests – Anbieter können ihre Kinderprodukte ausgewählten Knirpsy-Mitgliedern für Produkttests zur Verfügung stellen und erhalten im Gegenzug Feedback und Bewertungen.
  • Schnäppchen-Bereich – Anbieter können gegen eine geringe Gebühr spezielle Angebote und Gutscheine auf einer hervorgehobenen Extra-Seite platziert.
  • Premium Einträge – Die Anbieter können ihre Kinderprodukte und -dienstleistungen auf Knirpsy vermarkten. Die Einträge (sogenannte Listings) für die Produkte bzw. Dienstleistungen sind für alle kostenlos. Mit den Premium Einträgen können die Anbieter zusätzliche Features freischalten bzw. ihre Einträge auf der Knirpsy Website prominent platzieren.
  • Verkauf von Baby-Kleidung und -Spielzeug – In einem späteren Schritt wird es eine Shopfunktion auf Knirpsy geben. Wie hier die Monetarisierung im Detail aussieht, werden wir zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden.

7. Kostenstruktur

Und jetzt noch eine spannende Frage: Was kostet uns der Spaß bzw. mit welchen Kosten müssen wir rechnen?

Laufende Kosten fallen an für:

  • Hosting
  • Rechtsberatung
  • Evtl. WordPress Plugin zur Bildoptimierung
  • Backup mit Amazon S3

Einmalige Kosten fallen an für:

  • WordPress Premium Theme für Listings (Einträge) und Community (wichtig für unser Design und einen großen Teil der notwendigen Funktionalitäten)
  • WordPress Admin Theme (wichtig für unser Design im Backend, nur für Blog-Autoren sichtbar)
  • WordPress Plugin zur GEO-Lokalisierung (wichtig für die lokale Suche)
  • WordPress Plugin für Backup
  • Marketing (Flyers, Visitenkarten, AdWords etc.)

8. Wichtige Ressourcen

An dieser Stelle müssen wir uns Gedanken zu den wichtigsten Ressourcen machen, die wir benötigen, um unser Werteversprechen zu erfüllen.

  • WordPress Software mit Multisite Konfiguration
  • Webseitenvorlagen für die Baby Blogs
  • WordPress Community und Admin Theme
  • WordPress Plugins (für Backup, Spamvermeidung, Sicherheit, Community, Forum etc.)
  • Zuverlässiges Hosting
  • Eine aktive Commuinty
  • Rechtsberatung
  • Design/Logo

9. Kundenbeziehungen

Im letzten Punkt des BMC müssen wir uns darüber klar werden, wie wir unsere Kundenbeziehungen gestalten.

Mit Hilfe eines Newsletter möchten wir unsere Kunden über die Neuigkeiten, Veranstaltungstipps und Rabattaktionen informieren. Eine Herausforderung wird es sein, den Spagat zwischen einem hohen Service-Level für die Kunden und einem überschaubaren Support-Aufwand zu schaffen. Wir müssen nämlich davon ausgehen, dass vorallem am Anfang ein Großteil der Kunden kostenlose Leistungen in Anspruch nehmen werden. Deshalb habe ich mich für die folgende Supportstruktur entschieden:

  • Community-Support für alle User
  • E-Mail Support für alle User
  • Telefonischer Support nur für Premium-User und Anbieter

Die Business Model Canvas Methode ist ein iterativer Prozess. Das bedeutet, dass die Ansätze und Ideen, die wir uns an dieser Stelle überlegt und festgelegt haben, mit jedem Planungsabschnitt hinterfragt und gegebenenfalls angepasst werden müssen. Auch wir werden sicherlich bei der Umsetzung unserer Geschäftsidee Erkenntnisse gewinnen, die wir nicht von Anfang an berücksichtigt haben. Deshalb werden wir an gegebener Stelle nochmals einen Blick auf unser Geschäftsmodell werfen.

Ausblick auf Teil 4

Im 4. Teil der Artikelreihe werden wir uns den Wettbewerb von Knirpsy genauer anschauen. Das wird uns helfen, unsere Nische noch genauer zu definieren.

Habt ihr noch Fragen zum Business Model Canvas oder zu unserem Geschäftsmodell? Hinterlasst einfach einen Kommentar.

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2 Antworten

  1. Kev sagt:

    Hi. Etwas konstruktive Kritik? Punkt 4 “Key Activities” ist falsch beschrieben. Hier geht es nicht um die Use Cases der Nutzer oder Kunden, sondern um die Aktivitäten, die vom Produzenten nötig sind, um den Service anzubieten.

    Man liest das BMC von links nach rechts. Link steht die “Beschaffung”, die nach rechts immer weiter an den Kunden transportiert wird.

    Grüße, Kev

    • Danijel sagt:

      Hi Kev,
      Gegen konstruktive Kritik ist nichts einzuwenden 🙂
      Unter Punkt 4 habe ich unsere nötigen Aktivtitäten schon erwähnt, die da wären, die Erstellung der Plattform und den Anbietern einen unkomplizierten Upload-Prozess ermöglichen. Ich hätte evtl. die Aktivitäten ausführlicher beschreiben können und vielleicht ist die Erwähnung der Use cases an dieser Stelle etwas verwirrend. Deshalb ist die Kritik durchaus berechtigt.
      Mit der strikten Einhaltung der Reihenfolge bin ich mir nicht so sicher, ob das wirklich so relevant ist bzw. ich glaube nicht, dass die Bearbeitung von links nach rechts zu einem anderen Ergebnis geführt hätte.
      Grüße, Danijel

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